Frischer Dorsch direkt vom Reriker Hafen. Brot vom Bäcker, der noch selbst bäckt. Honig vom Imker drei Dörfer weiter. Mecklenburger Lammfleisch von der Salzwiese. Slow Food heißt: Lebensmittel mit Herkunft, Saison und Geschmack – und es lässt sich an der Ostseeküste rund um Blengow erstaunlich konsequent leben. Vor allem, weil jede Wohnung eine eigene Küche hat.
Was ist Slow Food?
Slow Food ist eine internationale Bewegung, gegründet 1986 in Italien als Antwort auf die Eröffnung des ersten McDonald’s in Rom. Drei Werte stehen im Zentrum: gut, sauber, fair. Gut bedeutet: voller Geschmack, ehrliche Qualität. Sauber: ohne Pestizide, ohne lange Transportwege, im Einklang mit der Umwelt. Fair: gerechte Preise für Erzeuger und Arbeiter. Wer sich auf Slow Food einlässt, ändert nicht nur seine Einkaufsliste, sondern sein Verhältnis zum Essen.
Im Urlaub funktioniert das besser als zuhause: keine Routine, kein Wochenend-Hektikkauf, Zeit zum Kochen, neue Zutaten. Und mit einer eigenen Küche in der Ferienresidenz Am Salzhaff ist die Infrastruktur für eine Slow-Food-Woche bereits da.
Mecklenburger Slow-Food-Schätze
Fisch direkt aus dem Hafen Rerik
Rerik ist ein traditioneller Fischereihafen. Frischer Dorsch, Plattfisch (Scholle und Flunder), Hering – im Frühjahr und Herbst auch Hornfisch und Meerforelle. Räucherfisch ist eine besondere Stärke der Region: Räucheraal, Räucherheilbutt, Räucherlachs. Wer einmal frischen Hering direkt vom Kutter gekauft und am gleichen Abend gebraten hat, versteht den Unterschied zum Supermarkt.
Salzwiesen-Lamm und mecklenburgisches Rind
Die Salzwiesen entlang der Küste sind ideales Weideland. Lammfleisch von Schafen, die auf salzhaltigem Gras wachsen, hat einen unverwechselbaren Geschmack – mit feinen Noten von Meersalz, ohne den intensiven Lammgeschmack, der manche abschreckt. Vereinzelte Höfe in der Region verkaufen direkt ab Hof, fragen Sie nach „Salzwiesen-Lamm Mecklenburg“.
Sanddorn – die Ostsee-Frucht
Die orangen Beeren wachsen wild an der Steilküste und werden in der Region zu Saft, Likör, Marmelade und Gelee verarbeitet. Sanddorn enthält bis zu zehnmal mehr Vitamin C als Orangen und ist ein altes Heilmittel der Ostseeküste. In Reriker Hofläden und auf dem Wochenmarkt findet man hervorragende Sanddorn-Produkte aus regionaler Wildsammlung.
Honig, Marmeladen und Sirup
Ländliche Imker betreiben in der Region kleine Bestände – Lindenhonig, Rapshonig, Frühtrachthonig. Marmeladen aus Holunder, Sanddorn, Apfel und Schlehen. Direktverkauf an Ständen entlang der Landstraßen oder bei Hofverkäufen ist üblich. Das ist nicht Marketing, sondern Mecklenburger Alltag.
Brot und Backwaren
In Rerik gibt es Bäckereien, die noch selbst backen – nicht von einer Großbäckerei beliefert werden. Echter Sauerteig, Mecklenburger Schwarzbrot, Roggenmischbrote. Das Frühstück mit frischem Brot vom Reriker Bäcker und Räucherfisch ist eine der einfachsten und besten Erfahrungen, die diese Region zu bieten hat.

Saisonkalender für Slow Food
| Saison | Highlight-Produkte |
|---|---|
| März–Mai | Bärlauch, junges Lamm, Spargel aus Mecklenburg, Hornhecht-Saison im Frühjahr |
| Juni–August | Erdbeeren, Kirschen, frische Salate, Hering aus der Sommerfischerei, Honig der Sommertracht |
| September–November | Sanddorn-Ernte, Pilze, Wildgerichte, Räucherheilbutt, Brandungsangler-Dorsch |
| Dezember–Februar | Eingemachtes, geräucherte Vorräte, Wintergemüse aus Mecklenburg, Hagebutten |
Wo regional einkaufen rund um Blengow
- Reriker Hafen (5 Min mit Auto): frischer Fisch direkt vom Kutter, Räucherfisch, Hering. Beste Zeit: morgens, wenn die Boote anlegen
- Wochenmarkt Rerik: in der Hauptsaison dienstags und freitags – regionale Erzeuger, Honig, Käse, Gemüse
- Bäckerei in Rerik: traditionelle Backstube mit eigenem Sortiment
- Hofverkauf in Boiensdorf und umliegenden Dörfern: Eier, Honig, Marmeladen – oft ohne Verkaufspersonal, mit Kasse des Vertrauens
- Kühlungsborn-Markt (30 km): größerer Markt mit breiterem Angebot
- Wismar Wochenmarkt (60 km): ein samstäglicher Höhepunkt für Tagesausflüge mit Einkaufslust
Drei einfache Slow-Food-Rezepte für die Ferienwohnung
Dorsch aus dem Ofen mit Bärlauch-Butter
Dorschfilet vom Reriker Hafen, Salz, Pfeffer, Zitrone, frischer Bärlauch (April–Mai aus der Region), Butter, Olivenöl. 15 Minuten bei 180 °C im Ofen. Dazu Pellkartoffeln und einen frischen Salat. Zubereitungszeit: 25 Minuten. Erinnerung: Jahrelang.
Räucherfisch-Brot vom Bäcker
Frisches Schwarzbrot vom Reriker Bäcker, Räucherheilbutt oder Räucheraal, Meerrettich, Schmand, Schnittlauch. Drei Minuten Vorbereitung, kein Kochen. Klassisches mecklenburgisches Mittagessen, das jeden Strandtag krönt.
Sanddorn-Joghurt zum Frühstück
Naturjoghurt, Sanddorn-Sirup oder Sanddorn-Marmelade aus dem Hofverkauf, Honig, regionale Haferflocken, Apfel. Funktioniert das ganze Jahr und ist eine echte Vitamin-C-Bombe. Vor allem im Winter gut.

Tipps für die Slow-Food-Woche
- Erst einkaufen, dann planen: Auf dem Markt sehen, was es gibt – statt mit Einkaufsliste vom Rezept ankommen
- Eine Mahlzeit pro Tag bewusst: nicht alle drei zelebrieren – das wird zur Pflicht
- Regionale Getränke testen: Mecklenburger Bier (Lübzer, Mecklenburger Pils), Apfelsaft aus regionaler Mosterei, ggf. lokale Brände
- Reste verwerten: übriger Fisch wird am nächsten Tag zum Brotbelag, Suppe oder Frittata. Slow Food ist auch Wertschätzung
- Hofläden suchen: Schilder am Straßenrand sind oft die ehrlichste Quelle. „Eier zu verkaufen“ mit Pfeil = lohnt sich anzuhalten
- Beim Kauf nachfragen: die Verkäufer wissen, wann der Fisch gefangen wurde, wo das Lamm geweidet hat. Diese Geschichte ist Teil des Geschmacks
Wenn Sie auswärts essen möchten
In Rerik und entlang der Küste gibt es einige Restaurants, die mit regionalen Zutaten arbeiten. Konsequent Slow Food zertifiziert ist allerdings keines der Häuser unmittelbar in der Region – wer das Label sucht, fährt nach Rostock oder ins Hinterland. Aber gute Küche mit Mecklenburger Produkten finden Sie in den Hafenrestaurants Rerik und in Kühlungsborn.
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